Seit über 6 Jahren spiele ich jetzt schon Gitarre. Und heute gab es eine Neuerung, über deren späten Zeitpunkt sich vielleicht einige Leute wundern werden. Unzwar hab ich mir nen Kapodaster zugelegt!
Für alle Leuten, denen dieser Begriff nix sagt: Ein Kapodaster ist im weitesten Sinne ein Werkzeug, das zum "verkürzen" des Gitarrenhalses zuständig ist. Natürlich nicht im wortwörtlichen Sinne, denn dann würde ich wohl von einer Axt oder einer Säge sprechen. Ein Kapodaster (kurz "Capo" genannt) funktioniert wie eine zusätzliche Hand, die ständig die Gitarrensaiten auf einem bestimmten Bund hinunterdrückt.
Somit lassen sich Akkordbegleitungen schnell in andere Tonarten umsetzen, ohne dass sich der Gitarrist großartig viele Gedanken dabei machen muss. Da ich mir aber gern Gedanken mache, wenn's um Fertigkeiten auf der Gitarre geht, lehne ich diese Begründung immer ganz schnell ab, denn oft vermeiden Gitarristen mit einem Capo einfach das Barrée-spielen oder die Theorie des Transponierens. Mein Kauf eines Capos liegt darin begründet, dass man viel mehr den Klang leerer Saiten in höheren Bünden benutzen kann. Dass dies enorme Vorteile hat, zeigen Akustik-Musiker, aber auch gestandene E-Gitarristen.
Schaut euch zum Beispiel das Video von Spaceman Spiff im letzten Blogeintrag "Slam-a-rama" an. Er benutzt den Capo um den offenen Klang der leeren Saiten als Begleitungs seiner Stimme zu verwenden. Somit klingen die Saiten der Gitarre länger und die Begleitung klingt voller.
Ein anderes Beispiel ist der Song "Be yourself" der Band Audioslave. Schaut euch an, was Tom Morello (der Gitarrist *booya*) da macht.
Er benutzt die hohe E-Saite im Hauptriff immer auch als leere Saite und vor allem die Intro-Akkorde klingen mittels Capo im 2. Bund so wie sie sollen.
Jedenfalls bin ich jetzt glücklich, dass ich solch ein cooles Werkzeug nun auch verwenden kann. Aber wie schon gesagt: Liebe Gitarristen, verwendet dieses Tool nicht, um euch das Transponieren zu vereinfachen, wenn ihr die Griffe auch anders hinkriegen könnt und die 2 Minuten dafür aufbringen könnt, transponierte Akkorde über die anderen Akkorde auf dem Notenzettel zu schreiben. Denn Übung macht den Meister und eh ihr es merkt, könnt ihr in Windeseile im Kopf transponieren und das macht sich wirklich enorm bezahlt.
Leute, wer hätte es gedacht, Freitag, der 13te, also gestern, das war für mich bisher der beste Tag der Woche.
Abends war ich erst in der FeG zum Alpha-Kurs (für alle, die nicht wissen was das ist: Alpha-Kurs ist eine Bezeichnung für einen christlichen Glaubens-Grundkurs hier in der freien, evangelischen Gemeinde und auch an vielen weiteren Orten). Dort entstanden, wie schon in den Wochen zuvor wieder interessante Diskussionen und überhaupt interessante Gespräche. Jedenfalls ging es danach noch mit meinen Freunden hier in Lübeck zum Slam-a-rama ins Filmhaus. Und das war echt der Hammer. Wir kamen etwas zu spät, aber das ist ja gar nicht schlimm bei Musikern, denn es geht ja ohnehin immer erst zwanzig Minuten später los. Der Abend war so strukturiert, dass einige Leute aus dem Publikum (unter anderem Felix) die auftretenden Bands und Musiker als Jury bewerten konnten. Zu den Gewinnern zählten ein Songwriter mit tragischem Humor, eine sehr kreative Crossover-Rap-Akustik-Band und ein zweistimmiges Gitarristen-Duo. Alles in allem ein gelungener Abend.
Einer der Musiker trat nicht als Wettbewerbs-Teilnehmer sondern außer Konkurrenz auf. "Spaceman Spiff", dessen melancholische Singer-Songwriter-Stimmung sicher viele Leute begeisterte. Hier ein Video von ihm, welches auf einem anderen Slam entstanden ist:
Heute Abend geht's zum Worship-United. 19:00 Uhr im Schuppen 6, An der Untertrave 47 hier in Lübeck.
Ich wünsche mir grad, dass ich auch mal wieder irgendwo Musik auf ner Bühne spielen darf.
Ich sitze seit 09:50 endlich im Zug, der bereits 09:17 Uhr fahren sollte. Ein-einhalb Stunden im regnerischen Wetter und auf dem Wernigeröder Bahnhof zu verweilen ist nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Jetzt hoffe ich erst einmal darauf, dass ich heute noch nach Mainz komme und dort alles soweit klappt. In den letzten Tagen war ich krank, musste deshalb auch die Churchnight in Elbingerode ausfallen lassen, und so richtig gesund fühle ich mich immer noch nicht. Da die Menschen in diesen Tagen extreme Angst vor hustenden Leuten in der Öffentlichkeit haben, setzt sich niemand in meine Nähe, außer einige Rentner, die Stundenlang über die schlechte Wirtschaft labern können. Meine Kopfschmerzen von gestern kommen wieder.
In Mainz werde ich an einem Auswahltest beim ZDF teilnehmen, da ich mich dort - wie viele andere - für eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik beworben habe. Bei dem Test bin ich ziemlich zuversichtlich, auch wenn ich die unpersönliche Aussortierung mittels Computer-Test wirklich nicht gut finde. Ob mir das Arbeitsamt die hohen Reisekosten zurückerstattet, steht noch nicht fest, weil sich die dortigen Mitarbeiter auf meine Anfragen bisher nicht zurückgemeldet haben.
Ich bin ja vor einiger Zeit mit dem Zug durch halb Deutschland gereist und hatte irgendwie immer genug Energie für alles. Heute trete ich jedoch solch eine Reise erstmalig mit einer ernst zu nehmenden Frage an: Ist es das diesmal wirklich wert? Lohnt es sich, für einen einstündigen, vollständig computergestützten Multiple-Choice-Test über 120 Euro auszugeben? Ich hab doch ein bisschen Informatik studiert. Ich weiß doch, wie das läuft: Kein Arbeitgeber will sich mehr über persönliche Stärken und Schwächen der Bewerber in Kenntnis setzen. Ich frage mich ohnehin, wie ein gutes Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis entstehen soll, wenn der berühmte Erste Eindruck eine total unpersönliche Sache ist. Diese vielen Gedanken der Kritik muss ich trotzdem erstmal hinnehmen und wegstecken, da ich von anderer Stelle noch nicht zu Tests oder Vorstellungsgesprächen eingeladen wurde. Heute früh im Bus hörte ich über meinen iPod ein Lied, das mir sehr nahe geht: "Home" von Vanessa Carlton.
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Gerade bin ich in Hildesheim umgestiegen. Unweigerlich kommen mir einige Gedanken und Bahnhofsdurchsagen vermitteln darüber hinaus den Eindruck, dass heute alle Züge in ganz Deutschland Verspätung haben. So, jetzt erstmal über zwei Stunden Fahrt bis Frankfurt/M.
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Hab den Nachmittag in Mainz verbracht. Erst hab ich nicht so schnell die Jugendherberge gefunden, weil ich versehendlich eine S-Bahn-Station zu früh ausgestiegen war und mich neu orientieren musste, danach erkundete ich ein bisschen die Stadt. Im strömenden Regen macht dies nur bedingt Spaß.
Die Christus-Kirche erinnerte mich von außen sehr an die Dresdner Frauenkirche. Die Innenstadt ist voller Leute. Selbst bei Regen sind pausenlos Leute auf den Straßen und Plätzen. Alle scheinen zu rennen, ob mit oder ohne Regenschirm. Ab und zu rauschen große Flugzeuge über den Himmel Richtung Frankfurt. Und der Knaller ist wirklich der Busbahnhof: Ich habe vor der Rückfahrt zur Jugendherberge erstmal ziemlich lange rumsuchen müssen, wo ich denn abfahre, denn die Bussteige sind irgendwie total komisch angeordnet. Vielleicht ist die Desorientierung ja noch ein Krankheits-Anzeichen, aber ich hatte das Gefühl bei der logistischen Planung der Busse wurde Mikado gespielt.
In dieser ganzen innerstädtischen Standard-Panik sah ich heute ein Kamera-Team von der ARD. Sie standen Abends am Bahnhof und filmten irgendwas, ich weiß nicht was. Jedenfalls fragte ich mich innerlich, ob ich mich jetzt wohl tatsächlich entschieden habe, in die Medienbranche zu gehen. Moderne Medien sind doch die Jäger des Wahnsinns. Diese Leute sehen doch im Chaos des Frankfurter Hauptbahnhofs ein Schlaraffenland, oder? Ich glaube, ich könnte das nicht lange durchhalten. Ich brauch irgendwie eine Form von Übersicht und ein produktives Maß an Gelassenheit. Es ist schon ein bedeutender Unterschied zwischen dem, was man sich vielleicht wünscht und dem, was einem gefällt. Was ich damit meine, ist, dass ich mir - je mehr ich darüber nachdenke - nicht nur eine Ausbildung wünsche, die zu mir passt, sondern auch einen Ort, der zu mir passt. Wahrscheinlich gibt es noch so viel mehr, was ich berücksichtigen möchte, was mir bloß im Moment nicht einfällt. Es ist wie mit den Wasserhähnen der Dusche. Normalerweise muss man einen Kompromiss zwischen dem blauen und dem roten Hahn finden. Angenommen da wären auf einmal 50 Wasserhähne an der Wand, wieviel Arbeit würde es machen, bis das Wasser endlich die richtige Temperatur hätte...
Morgen geht es früh los zum ZDF. Und wer schon öfters in Hostels oder Jugendherbergen in Mehrbettzimmern übernachtet hat, weiß ja, was das heißt: Nicht zu früh raus, weil man sonst die anderen Leute stört, nicht zu spät raus, weil man sich sonst verzettelt und merkt, dass das Auschecken doch länger dauert als geplant. Gute Nacht erstmal. Vielleicht hab ich ja dann morgen im Inter City ne Steckdose, um weiter zu schreiben, denn eine lange Fahrt liegt auf jeden Fall auch noch vor mir.
Kleiner Nachtrag: Und wenn ihr auch mal unterwegs seid, um irgendwie an ne neue Ausbildung zu kommen, dann schaut euch keine alten Bilder vom Zivildienst/FSJ an, da schwelgt man nur in Erinnerungen...
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Scheiße ist das! Alles, was schief gehen konnte, ging schief! Bin ich zu blöde, hab ich nicht die richtige Auffassungsgabe oder falsche Orientierung oder was? Ich stand heute morgen auf, erledigte alles, checkte aus der Jugendherberge aus und hatte geplant, 7:22 an der Bushaltestelle (5 Minuten von der JH entfernt) loszufahren. Dort war ich pünktlich. Wegen der vielen Schüler im Bus, musste ich stehen. Der Plan sah vor, dass ich am Hauptbahnhof umsteige in eine von drei Linien zum ZDF. Eine der drei Linien würde laut Plan nur am Südeingang und nicht am Haupteingang des ZDF vorbeifahren, die wollte ich vermeiden. Planmäßig würde ich von der Jugendherberge bis zum ZDF etwa eine halbe Stunde brauchen. Die logistische Situation des Busbahnhofs hatte ich natürlich wieder vollkommen unterschätzt. So warteten dort geschätzte tausend Studenten und die Linien Richtung ZDF sind natürlich genau die Hauptlinien der Studenten. Wunderbar. Rushhour vom feinsten. Die Linie, die ich zu nehmen geplant hatte, hatte Verspätung. In den verspäteten Bus kam ich nicht schnell genug rein. Der war knalle voll und ich passte mit meinem Rucksack nicht mehr rein. Ich hielt ausschau zu einem gegenüber liegenden Bussteig, an dem eine alternative Linie abfahren sollte. An dem Bussteig angekommen, sah ich die Linie ganz woanders abfahren, nur nicht an dem Bussteig, an dem ich stand. Mir reichte es langsam und ich entschied mich, einfach auf die Linienzahlen zu achten und in den nächstmöglichen Bus dieser genannten drei Linien zu kommen. Das war nun gerade die Linie, die nur zum Südeingang des Geländes fuhr. Egal, dachte ich mir, Hauptsache, du bist erstmal dort. Auf dem Brief vom ZDF war sogar die Süd-Bushaltestellen angegeben, sodass ich wusste, wo ich aussteigen muss. Ausgestiegen (das war dann schon ca. 8:40) versuchte ich mich zu orientieren und fragte mich nur: So, und wo ist jetzt hier bitte was vom ZDF zu sehen? Ich war in einem Industriegebeiet gelandet, wo alles ausgeschildert war, Tankstellen, Einkaufszentren, Wohngebiete, nur nicht das, was ich brauchte. Ich suchte ein bisschen herum und wusste ungefähr, in welche Richtung ich gehen könnte, doch ein Blick auf die Uhr raubte mir meine letzte, schon nicht mehr vorhandene Hoffnung, denn ich wusste noch nicht mal, ob ich überhaupt in der Nähe des Gebäudes war, wo ich vielleicht hätte sein sollen. Ja, ich habe die Sache dann aufgegeben und natürlich bin ich wütend, dass das alles nicht geklappt hat (hab ich das nicht letztens schonmal geschrieben???)... Achja, und der Knaller ist ja: Wie soll ich denn eigentlich die Fahrtkosten zurückerstattet bekommen, wenn ich nicht mal richtig da war???
Jetzt sitze ich (wieder mal) im Zug Richtung Hamburg um werde wohl gegen späten Nachmittag in Lübeck sein. Das Ruhrgebiet liegt langsam hinter mir und die Fahrt dauert sicher noch eine ganze Weile. Die Rhein-Landschaft vorhin zwischen Mainz und Koblenz war wunderschön. Endlich kam die Sonne raus. Wohl das einzig richtig schöne, was ich in diesen zwei Tagen für über 130 Ocken erlebt habe. Ich will nicht geizig klingen, aber als ich gestern früh noch davon schrieb, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnen würde, meinte ich genau das: Eine Reise, in die sau viel investiert wird und dann trotzdem nichts funktioniert.
Ich glaube, im Zug treffe ich heute auch niemanden, mit dem ich mich unterhalten kann. Die Leute meiden immer noch Menschen, denen die Nase läuft und die einzigen Worte, die ich hier so verstehe sind "Entschudligung, ich glaube, Sie sitzen da falsch. Ich habe hier eine Reservierung."
Vor einigen Tagen ist mir aufgefallen, was Michael Jackson geplant hatte. Er wollte eine Comeback-Tour starten mit einer Menge guter Musiker und natürlich einer großen Show. An der E-Gitarre sollte Orianthi zu hören sein, eine vielversprechende Musikerin aus Australien.
Ich hatte den Namen vorher noch nie gehört, doch wusste ich, dass Jennifer Batten, Slash, Eddie van Halen, Steve Lukather oder Greg Howe die Messlatte in Jacksons Werken und Bühnenshows sehr hoch gelegt hatten. Allein van Halen wird als einer der einflussreichsten Gitarristen der Rockmusik bezeichnet und auch Lukather gilt als der weltweit erfolgreichste Solokünstler.
Orianthi hatte also ein krasses Erbe anzutreten, wozu es ja letztendlich nicht kam. Dennoch war es Grund genug für mich, mal in ihre Musik reinzuhören und mich etwas über sie zu informieren. So hat Orianthi schon als Support für Steve Vai gespielt, mit Carlos Santana gejammt und vieles mehr.
Natürlich will ich euch Orianthis Musikvideo zum Song "According to you" nicht vorenthalten. Es ist der erste Song von der 2009 erschienenen CD "Believe". Meiner Meinung nach ist es genau die musikalische Art und Weise, wie ich selbst gern Musik machen würde: Pop/Rock, der zwar ziemlich stark an Kommerz-Pop erinnert aber dennoch übelste Gitarren-Skills beinhaltet und deswegen mal etwas neues bringt. Es gibt bereits eine Menge "Radioversionen" von Songs diverser Rock-Bands. Da wird dann das E-Gitarren-Solo gekürzt oder ganz raus geschnitten. Und auf einmal taucht da eine Gitarristin auf, die scheinbar eine Kopie von Kelly Clarkson sein könnte, doch selbst eine PRS-Gitarre umhängen hat und damit umzugehen weiß! Hier nun endlich das Video (mir ist sofort das Steve-Vai-Poster aufgefallen *g*). Viel Spaß beim anhören und natürlich auch anschauen.
Die beiden Bands dürften dem ein oder anderen bekannt sein. Für bede Bands laufen zur Zeit die Votings bei den Europe Music Awards.
Deep Insights neue Single "Dangerous" klingt meiner Meinung nach echt top. Das ganze Album kann sich hören lassen.
Ebenso sind Paramore schon viele Songs sehr gut gelungen, ob "Ignorance" (wer hätte es gedacht, man sieht es sogar im Fernsehen) oder "Crush, crush, crush" vom vorhergehenden Album.
Ist euch bei den beiden Songs etwas aufgefallen? Haha, mir ist jedenfalls etwas aufgefallen. Hört euch nochmal die Stelle ab 2:23 in "Dangerous" an. Dort hört ihr, grade als auf das Gaspedal getreten wird, vielleicht wie ich die erste Zeile des "Crush,crush,crush"-Refrains: "Nothing compares to". Es sei dazu gesagt: Auf der Album-Version des Deep-Insight-Albums gibt es kein Reifenquietschen und man versteht die Worte auf jeden Fall. Ein Eintrag im Gästebuch auf der Internetseite von Deep Insight erbrachte folgende Redaktions-Antwort:
Thanks. No intentional refrence to Paramore. Just a great accident! :) Keep voting!!!
Naja, ich find's trotzdem lustig, dass die Zeile ziemlich gut zu hören ist. Und hier sieht man mal wieder: Auch wenn vielleicht die ein oder andere Sache von Musikern zufällig wieder aufgegriffen wird, sind doch beide Bands richtig top. Da bedarf es auch keiner Streitereien ;-)
Hier im übrigen noch ein Song von Deep Insight, der mir mit allem drum und dran sehr gut gefällt. Interessante Ironie jedenfalls, die in Text und Video eingearbeitet ist.
Heute Vormittag habe ich meinen neuen Personalausweis abgeholt. Nachdem der alte Perso nun schon seit Februar abgelaufen war, habe ich nun wieder im bürokratischen Sinne einen offiziellen Existenznachweis. Da auf meinen alten Ausweis damals so ein Aufkleber drauf kam, der die Änderung meines Hauptwohnsitzes vermerkte, ist diese Adresse nun fest einlaminiert. Dennoch wird sie sich unter umständen bald wieder ändern. Doch das gilt erstmal abzuwarten.
Ich belese mich gerade mal wieder etwas, wieder zum Thema Audio-Mixing. Gerade lese ich ein Zitat von Andy Johns, der schon mit gnadenlos guten Musikern zusammengearbeitet hat (Rolling Stones, Van Halen, Led Zeppelin, ...). Er sprach in einem Interview über den Aufbau eines guten Mixes. Viele andere Toningenieure gehen da immer ganz systematisch vor und halten sich an die VU- oder Peak-Meter-Anzeigen. Er selbst sagt auf die Frage, ob er eine Methode hätte, wie er die Pegel einstellen würde:
"Das ist doch alles Mist. Das ist Blödsinn. Es gab da mal vor einigen Jahren einen berühmten Toningenieur, der gesagt hat: 'Ich kann mischen, indem ich nur auf die Meter-Anzeigen schaue'. Nun, er war zweifellos ein Lackaffe. Wenn du lange genug auf die Meter-Anzeigen starrst - was übrigens genau das ist, was ich in den ersten 15 Jahren meiner Karriere getan habe - dann wirst du feststellen, dass die überhaupt nichts bedeuten. Es kommt darauf an, ob du Soul besitzt. Du hoffst, dass deine Ohren und deine Seele zusammen mit dem Sinn für Objektivität funktionieren, aber - mal ehrlich - ganz sicher kannst du da nie sein." (Mischen wie die Profis - Das Handbuch für Toningenieure, Bobby Owsinski, GC Carstensen Verlag)
Und tatsächlich ist es so, das gute Musik oft die Prinzipien hinter sich lässt, die viele Toningenieure (vor allem durch Umstieg auf Digitaltechnik) zum Nonplusultra erklären. Hört euch einfach mal Nirvana's "Smells like teen spirit" an. Da werdet ihr vielleicht bemerken, dass Kurt am Ende immer wieder extrem energiegeladen "A denial" brüllt. Diese Phrase ist zum beispiel ziemlich übersteuert aufgenommen worden, dennoch macht sie echt viel vom Charakter des Songs aus.
Soweit sogut. J.
Noch ein kleiner Nachtrag: Habe gerade noch ein weiteres Zitat gefunden, diesmal von Bernie Kirsh, einem der beliebtesten Jazz-Mixing-Engineers. Der kann scheinbar echt nachempfinden, worum es bei der ganzen Musik-Sache geht:
"Da kommt etwa ein Junge in den Raum, der etwas geschaffen hat, was sehr nah an sein innerstes Ich heranreicht, was mit definiert, was er überhaupt ist. Dies ist keine Werbeshow, kein PR-Gag. Es ist etwas, was ihm sehr, sehr viel bedeutet. In der Situation ist er, um es mal so auszudrücken, sehr angreifbar und empfindlich und offen, und er ist nicht besonders gesellig. Andererseits hast du da einen Toningenieur im selben Raum, dessen Aufmerksamkeit nicht auf diese Dinge gerichtet sind. (...) Sie (die Toningenieure) beurteilen den Künstler und respektieren nicht, in welchem geistigen Zustand er sich befindet, wenn er seine musikalischen Statements abgeben will. (...) Wenn ich es so ausdrücke, dann will ich das nicht auf ein Podest heben, sondern man muss verstehen, dass das, was ein Künstler macht, etwas darstellt, was ihm ans Herz geht, und nicht nur ein Produkt ist. (...) Es scheint, dass der Job (des Toningenieurs) nur zu 10 Prozent aus technischem Know-how besteht. Der Rest besteht darin, wie man mit Leuten umgeht und ihnen hilft, das zu erreichen, was sie anstreben." (Bernie Kirsh in "Mischen wie die Profis - Das Handbuch für Toningenieure")